"Unberührbare Körper" - Ethnologische Überlegungen zu Kaste und embodiment

Sieler, Roman

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Abstract

Im Laufe der vorliegenden Arbeit sollen mehrere Themen und Bereiche abgedeckt werden. Zum einen soll eine Ein- und Wertschätzung einer interdisziplinären, theoretischen Diskussion unternommen werden, die besonders in den Fächern Ethnologie und Soziologie Bestand hat und es mittlerweile zu einer Art Subdisziplin geschafft hat, die Rede ist von embodiment. Wie zu zeigen sein wird, fallen hierunter verschiedenste Ansätze, denen gemein ist, den Körper, körperliches Verhalten und Zustände in einen Zusammenhang zu kulturellen Aspekten zu setzen. Zum anderen soll in Bezug auf die Ethnologie Südasiens im allgemeinen und in Bezug auf Diskussionen um das 'Wesen' oder um mögliche Theorien des in Südasien zu findenden Kastensystems ein kritischer Überblick geliefert werden. Kein anderes Thema erscheint als so konstant das Hauptaugenmerk von Ethnologen, Soziologen oder Politologen Südasiens. Gerade aufgrund der Fluten an Veröffentlichungen würde es mittlerweile mehrere Menschenleben in Anspruch nehmen, wollte man diese vollständig lesen, geschweige denn verstehen oder zusammenfassen. Zwar könnte dieser Umstand für ein Charakteristikum jedes etablierten Untersuchungsgebietes gerade im Hinblick auf soziale Ordnungssysteme gehalten werden, doch scheint es geradezu so, als sei kaum eine Aussage über Kaste zu machen, ohne ständig etwas Falsches zu sagen, sobald man einen gewissen Minimalkonsens verlässt. Der eigentliche Ausgangspunkt zu diesem Thema soll hier allerdings der Körper darstellen. Nachdem, nach anfänglicher zurückhaltender Einbindung des Körpers und einer Sichtweise auf ein, einen Körper Habendes, einen Körper Machendes und ein Körper Seiendes Individuum (vgl. Turner 1992: 40), eine solche Wahrnehmung inzwischen mehr als verbreitet in ethnologischen Analysen ist, erscheinen Kastentheorien in diesem Punkt weiterhin als eine Ausnahme. Dennoch fällt selbst bei Abhandlungen über Kaste und deren Problematiken auf, inwiefern der Körper eine wichtige Rolle spielt. Gerade Praktiken von Unberührbarkeit legen dies nahe. Nur langsam und zumeist über Umwege findet der Körper, bzw. der verkörperte Akteur, Einzug in Ethnographien Indiens. Woran dies liegt und vor allem, dass es hierfür verschiedene und triftige Gründe gibt, stellt ebenso einen Teil des im Folgenden zu Zeigenden dar, wie der Versuch, einen theoretischen Anstoß zu geben, den Körper in ein Verständnis, wenn schon nicht von Kaste als das zugrundeliegende Sozialsystem Indiens, so doch von dessen individueller Wahrnehmung, Interpretation und Umgang mit diesem mit einzubringen.

Document type: Master thesis
Date: 2006
Version: Primary publication
Date Deposited: 18 August 2008
Faculties / Institutes: Universitäten / Institute > South Asia Institute / Department of Ethnology
DDC-classification: Customs, etiquette, folklore
Controlled Subjects: Indien, Kaste, Paria, Körper, Wahrnehmung
Uncontrolled Keywords: Indien , Kastenwesen , Unberührbarkeit , Körper , Embodiment, India , Caste system , Untouchability , Body , Embodiment
Subject (classification): Anthropology
Countries/Regions: India
Series: Subjects > Health and Society in South Asia Series
Volume: 1